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So schützen Schweizer KMU sich jetzt vor KI-basierten Betrugsversuchen

Ein umsetzbarer Leitfaden: In 6 Schritten erkennen und minimieren Schweizer KMU das wachsende Risiko durch KI-generierte Betrugsversuche – praxisnah und sicher.

Abstrakte Illustration eines Schutzschilds, der ein Schweizer KMU vor digitalen Bedrohungen und KI-Betrug schützt

KI-basierte Betrugsversuche werden in der Schweiz immer schwerer erkennbar. Mit wenigen, gezielten Massnahmen können KMU dennoch wirksam vorbeugen, Täuschungen erkennen und ihr Unternehmen besser schützen.

Warum KI-Betrug für Schweizer KMU jetzt zur realen Gefahr wird

Künstliche Intelligenz wird zunehmend von Betrügern genutzt, um überzeugende E-Mails, Webseiten und sogar Telefonanrufe zu erstellen. Laut dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) sind KI-basiert generierte Inhalte kaum noch von echten zu unterscheiden, und die Zahl der gemeldeten Fälle in der Schweiz steigt.

Gefährlich wird es, weil:

  • E-Mails und Webseiten täuschend echt aussehen und bekannte Absender imitieren
  • Deepfakes und Chatbots im Kundenkontakt eingesetzt werden
  • Betrugsversuche gezielt Schweizer Unternehmen ansprechen (z. B. mit lokaler Sprache und Kontext)

Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind attraktive Ziele: Sie haben selten eine eigene Cyber-Abteilung und sind oft weniger sensibilisiert.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So schützen Sie Ihr KMU vor KI-basierten Betrugsversuchen

1. Sensibilisieren und schulen Sie Ihr Team regelmässig

Der wichtigste Schutzfaktor ist gesunder Menschenverstand und geschärfte Aufmerksamkeit:

  • Machen Sie KI-basierte Täuschungen in kurzen Schulungen zum Thema
  • Weisen Sie auf typische Warnsignale hin (ungewöhnliche Absender, drängender Ton, kleine Tippfehler, unerwartete Links)
  • Aktualisieren Sie Schulungen mindestens einmal pro Jahr – die Methoden entwickeln sich schnell weiter

Tipp: Nutzen Sie Schweizer Informationsmaterial, z. B. von NCSC/BACS, für praxisnahe Beispiele.

2. Implementieren Sie technische Schutzmassnahmen

  • Nutzen Sie E-Mail-Filter, die auch KI-basierte Phishing-Mails erkennen (z. B. mit Anomalie-Erkennung)
  • Halten Sie alle Systeme (Mail, Browser, Betriebssystem) laufend aktuell
  • Aktivieren Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für wichtige Anwendungen
  • Setzen Sie bei sensiblen Prozessen auf sichere Kommunikationswege (z. B. verschlüsselte E-Mails, interne Messenger)

3. Entwickeln Sie klare Prozesse zur Überprüfung verdächtiger Anfragen

Legen Sie im Unternehmen verbindliche Regeln fest:

  • Bei Zahlungs- oder Änderungsanfragen immer einen Rückruf über bekannte Nummern machen (Vier-Augen-Prinzip)
  • Keine vertraulichen Daten, Logins oder Passwörter per E-Mail oder Messenger herausgeben
  • Auffällige E-Mails intern melden – und bei Unsicherheit kurz nachfragen, bevor gehandelt wird

4. Prüfen Sie Webseiten, Dokumente und E-Mails auf typische KI-Merkmale

Auch wenn KI-Inhalte immer besser werden, gibt es noch Warnsignale:

  • Unstimmigkeiten im Schreibstil oder Format (z. B. plötzliche Wechsel zwischen Hochdeutsch und Schweizerdeutsch)
  • Nicht funktionierende oder merkwürdige Links (z. B. Subdomains, die bekannten Marken ähneln)
  • Bei Dokumenten: Metadaten überprüfen (erstellt mit KI-Tools?)
  • Im Zweifel: Inhalt über eine Google-Suche oder spezialisierte Checker wie copyleaks.com gegenprüfen

5. Halten Sie sich über aktuelle Betrugsmethoden auf dem Laufenden

  • Abonnieren Sie den Wochenrückblick des Bundesamts für Cybersicherheit (hier)
  • Tauschen Sie sich mit anderen KMU (z. B. in Branchenvereinigungen oder lokalen Netzwerken) aus
  • Reagieren Sie auf neue Warnungen mit sofortigen Infos an Ihr Team

6. Erstellen Sie einen Notfallplan für Betrugsfälle

  • Legen Sie fest, wie bei Verdacht auf Betrug oder Datenverlust vorzugehen ist
  • Benennen Sie Ansprechpersonen im Unternehmen
  • Kontaktieren Sie bei tatsächlichen Vorfällen umgehend das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) und – falls erforderlich – Polizei und Versicherung

Best Practices: Was erfolgreiche Schweizer KMU tun

  • Sie kombinieren Sensibilisierung mit technischem Schutz und klaren Prozessen
  • Sie nehmen auch externe Partner (IT-Dienstleister, Banken) in die Sicherheitsüberprüfung auf
  • Sie pflegen eine offene Fehlerkultur: Verdachtsfälle werden gemeldet, nicht vertuscht

Fazit: Prävention ist der beste (und günstigste) Schutz

KI-basierte Betrugsversuche werden raffinierter – aber mit regelmässiger Schulung, cleveren Prozessen und technischer Unterstützung sind Schweizer KMU dieser Herausforderung nicht hilflos ausgeliefert. Entscheidend ist, das Thema aktiv anzugehen und im Betrieb zu verankern.

Häufige Fragen

Welche Warnsignale deuten auf KI-generierte Betrugs-E-Mails hin?

Typische Warnsignale sind ungewohnte Schreibweisen, plötzliche Tonwechsel, kleine Tippfehler, fremde Absenderadressen, dringlicher Handlungsdruck und Links zu ungewohnten Webseiten. Die Erkennung wird schwieriger, weshalb regelmässige Schulungen und technischer Schutz empfohlen sind.

Welche technischen Tools helfen Schweizer KMU, KI-Phishing zu erkennen?

Aktuelle E-Mail-Security-Lösungen mit Anomalie-Erkennung, Zwei-Faktor-Authentifizierung sowie regelmässig aktualisierte Firewalls und Virenschutz helfen. Zusätzlich bieten spezialisierte Online-Checker Unterstützung zur Überprüfung verdächtiger Texte oder Webseiten.

Wie oft sollten Mitarbeitende auf KI-basierte Betrugsversuche sensibilisiert werden?

Mindestens einmal jährlich, am besten jedoch halbjährlich, da sich die Methoden laufend weiterentwickeln. Wichtige Neuerungen sollten sofort kommuniziert werden.

Wo finden KMU aktuelle Informationen zu KI-basierten Betrugsmaschen in der Schweiz?

Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) bietet wöchentliche Lageberichte, Empfehlungen und Praxisbeispiele unter ncsc.admin.ch an.

Was tun, wenn das eigene Unternehmen Opfer eines KI-Betrugs geworden ist?

Sofort den Vorfall intern melden, Zugangsdaten ändern, den Notfallplan befolgen und das Bundesamt für Cybersicherheit sowie gegebenenfalls die Polizei informieren. Offen kommunizieren und keinen Vorfall vertuschen.

Quellen

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