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Gegenwart der KI in der Schweiz: News, Governance und konkrete Chancen für KMU

Von der zweifelnden KI-Forschung bis zum neuen Gesetz für künstliche Intelligenz: Was aktuelle Schweizer Entwicklungen KMU wirklich bringen – mit konkreten Beispielen.

Abstrakte Darstellung von Innovation, Regulierung und KI-Technologie in der Schweiz

Der Schweizer KI-Sektor zeigt aktuell eine bemerkenswerte Dynamik: Von innovativen Forschungsansätzen über neue Fördergelder bis hin zu Regulierungsinitiativen. Für KMU heisst das: Die Rahmenbedingungen für sichere, gezielte und verantwortungsvolle KI-Nutzung werden konkret – und eröffnen neue, praxistaugliche Chancen.

GOLLuM: Wie Zweifel intelligente Experimente sparen – das Potenzial für Schweizer Unternehmen

An der EPFL ist Forschenden ein Durchbruch gelungen: Mit dem System GOLLuM (Gaussian Process Optimized LLMs) koppeln sie Sprachmodelle mit einem statistischen Verfahren, das nicht nur Vorhersagen macht, sondern auch die eigene Unsicherheit transparent einschätzt. Das Resultat: Experimente, etwa im Labor oder beim Testen von neuen Produktionsverfahren, können mit 41 % weniger Aufwand durchgeführt werden (Quelle).

Was bedeutet das für KMU?

  • Weniger Versuch und Irrtum: Etwa bei Produktentwicklung, Qualitätskontrolle oder Prozessoptimierung können Ressourcen gezielter eingesetzt werden.
  • Transparenz schafft Vertrauen: Durch die Schätzung von Unsicherheit können Entscheider Risiken besser abwägen.
  • Innovationsvorsprung: Wer früh solche Methoden testet, kann Entwicklungszeiten und Kosten senken.

Ein konkretes Beispiel wäre die Optimierung eines Fertigungsprozesses: Statt hunderte Material-Kombinationen durchzutesten, könnten wenige, gezielt ausgewählte Versuche ausreichen – mit Unterstützung von GOLLuM-ähnlichen Systemen.

Governance, Swiss AI Weeks und Förderprogramme: Wie die Schweiz KI verantwortungsvoll gestaltet

1. Das erste AI Governance Forum – KI auf dem Prüfstand der Gesellschaft

Am 7. und 8. September fand in Zürich das erste „AI Governance Forum“ statt (Quelle). Organisiert durch die ETH Zürich und den Europarat, diskutierten Expertinnen und Experten öffentlich über «vertrauenswürdige KI». Themen wie Datenschutz, Demokratie und Regulierung standen im Zentrum.

Relevanz für KMU:

  • Orientierung: Die Diskussionen helfen, künftige regulatorische Anforderungen frühzeitig zu erkennen.
  • Austausch: Solche Foren bieten auch Chancen zum Netzwerken und Mitreden – etwa für Unternehmen, die selbst KI-Anwendungen entwickeln.

2. Swiss AI Initiative: Fördergelder für Grossprojekte auch für wirtschaftsnahe Anwendungen

Die Swiss AI Initiative hat ihren vierten Call für Large Project Grants gestartet (Quelle). Der Fokus liegt auf Projekten mit grossem Rechenbedarf, etwa bei grossen Sprachmodellen, Multimodalität oder KI-Sicherheit – einschliesslich wirtschaftlicher Innovationen.

Was ist für KMU wichtig?

  • Auch KMU können (oft als Partner oder Pilotnutzer) profitieren, etwa indem sie sich mit Hochschulen oder Startups vernetzen.
  • Die Einreichungsfrist (14. September) ist aktuell relevant. Wer mit bestehenden Partnern im Bereich LLMs, Healthcare-KI oder AI Safety arbeitet, kann noch kurzfristig Kooperationen anstossen.

3. Swiss AI Weeks: Öffentlicher Dialog, Bildung und Innovation im Fokus

Die Swiss AI Weeks laufen in 37 Städten noch bis 4. Oktober (Quelle), mit Hackathons, Podien und Workshops. Über 220 Partner sind beteiligt – von Hochschulen bis Unternehmen.

Konkret für KMU:

  • Veranstaltungen bieten praxisnahe Einblicke und Zugang zu Talenten und Lösungen.
  • Wer eigene KI-Projekte plant oder bereits umsetzt, kann sich vernetzten, präsentieren oder gezielt Pilotpartner kennenlernen.

Rechtlicher Rahmen: Was die geplante Schweizer KI-Regulierung für Unternehmen bedeutet

Der Bundesrat arbeitet an einem umfassenden KI-Regulierungsgesetz, das bis Ende 2026 zur Vernehmlassung gelangen soll (Quelle). Es basiert auf der KI-Konvention des Europarats, legt aber verstärkt Wert auf Schweizer Besonderheiten:

  • Transparenz: Wer KI nutzt oder entwickelt, muss künftig klar offenlegen, wie und wann KI zum Einsatz kommt.
  • Datenschutz: Die bekannten Schweizer Standards sollen auch für KI-Lösungen konsequent gelten.
  • Nichtdiskriminierung und Aufsicht: KI darf keine Benachteiligungen verstärken. Zudem wird eine nationale Aufsicht die Einhaltung prüfen.

Was heisst das für KMU in der Praxis?

  • Systeme und Prozesse müssen auf Nachvollziehbarkeit und Erklärbarkeit geprüft werden.
  • Wer KI-Systeme von Drittanbietern nutzt, muss auf deren Compliance achten.
  • Mit bald klaren Anforderungen können sich Unternehmen jetzt gezielt vorbereiten, etwa mit Audits, Anpassungen im Datenschutzmanagement und der Auswahl vertrauenswürdiger Anbieter.

Fazit: Schweizer Innovationskraft trifft auf verantwortungsvolle Gestaltung – jetzt Handeln lohnt sich

Die jüngsten Schweizer KI-Entwicklungen zeigen, wie eng Forschung, Governance und konkrete wirtschaftliche Anwendungen verzahnt sind. Für KMU heisst das: Wer früh Expertise aufbaut, neue Methoden wie GOLLuM prüft, rechtzeitig Compliance-Massnahmen ergreift und sich in die öffentliche Debatte einbringt, verschafft sich echte Vorteile. Die Schweiz bleibt nicht nur innovativ, sondern gestaltet KI zunehmend aktiv, verantwortungsvoll und mit Blick auf die unternehmerische Praxis.

Häufige Fragen

Was ist das Besondere an GOLLuM und wie profitieren Schweizer KMU davon?

GOLLuM ist ein von der EPFL entwickeltes Verfahren, das KI-Systemen hilft, Unsicherheiten einzuschätzen und dadurch Experimente effizienter zu gestalten. KMU können so zum Beispiel Produktentwicklungen und Prozesse mit weniger Ressourcen optimieren.

Welche neuen Pflichten kommen mit dem geplanten KI-Gesetz auf Unternehmen zu?

Geplant sind stärkere Transparenz-, Datenschutz- und Aufsichtspflichten. KMU müssen nachweisen, wie KI eingesetzt wird, und sicherstellen, dass Systeme nachvollziehbar und diskriminierungsfrei funktionieren.

Wie können Schweizer KMU von der Swiss AI Initiative und den AI Weeks profitieren?

Durch Teilnahme an Veranstaltungen, Kooperation mit Hochschulen oder Startups und Bewerbung um Förderprojekte können KMU Know-how aufbauen und Zugang zu neuen KI-Lösungen bekommen.

Welche Themen wurden beim AI Governance Forum in Zürich diskutiert?

Im Fokus standen vertrauenswürdige KI, Menschenrechte, Transparenz, Demokratie und die rechtliche Gestaltung von KI auf nationaler und europäischer Ebene.

Warum ist jetzt ein guter Zeitpunkt für KMU, sich mit KI-Governance auseinanderzusetzen?

Die Rahmenbedingungen in der Schweiz werden konkreter und absehbar. Wer sich frühzeitig vorbereitet, kann Risiken besser steuern und Vorteile durch innovative, regelkonforme KI-Anwendungen nutzen.

Quellen

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